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Januar 2008

Kettensägen: Laut, schnell, scharf


Technische Sicherheitseinrichtungen


„Wie kann ich mich denn am besten vor Unfällen und Verletzungen schützen?“, frage ich nach meinem kurzen Einsatz in die Runde. Zunächst käme es auf die richtige Maschine an, antwortet einer der angehenden Forstwirte. Eine moderne Qualitätskettensäge enthielte Sicherheitseinrichtungen, die vor einigen Gefährdungen schützen könnten. Als ich mir „meine“ Säge genau ansehe, fällt mir vor allem der Handschutz auf, der zum Beispiel im Falle eines Hochschnellens des Schwertes die Kettenbremse auslöst und damit die Kette schlagartig stillsetzt.
Außerdem ist da noch die Gashebelsperre, die verhindert, dass die Kette unbeabsichtigt anläuft. Gegen Durchblutungsstörungenin der Hand gibt es vibrationsgedämpfte Griffe und im Optimalfall hält sogar eine Griffheizung die Finger warm. Der Kettenschutz gegen Verletzungen beim Transport und die Auspuffabschirmung gegen Verbrennungen gehören auch zur Standardausstattung sicherer Sägen.

Alle Gefahren, die beim Arbeiten mit einer Kettensäge auftreten, können durch solche technischen Sicherheitseinrichtungen allerdings nicht beseitigt werden. Dazu Wilhelm Bittis: „Die Sägekette hat scharf geschliffene Zähne und läuft mit hoher Geschwindigkeit um das Schwert. So leicht, wie dieses Werkzeug Baumstämme und Äste durchschneidet, so leicht verletzt und durchtrennt es zum Beispiel auch einen Unterschenkel. Insbesondere wenn die Säge nicht fachgerecht eingesetztund geführt wird, kann sie leicht abrutschen oder sogar zurückschlagen.“

Der gefürchtete Rückschlag einer Motorsäge geschieht in Sekundenbruchteilen und mit Kräften, die selbst von einem versierten Bediener nicht immer abgefangen werden können. Vor allem dann nicht, wenn er unkonzentriert arbeitet. Mögliche Folgen: schwere Prellungen und Schnittverletzungen.

Ganz schön laut


Als die anderen Kursteilnehmer nun ihre eigenen Sägen anwerfen, um richtiges Baumfällen zu üben, wird es ohrenbetäubend laut im Wald. Kein Zweifel: Arbeiten mit Kettensägen, die einen Verbrennungsmotor haben, ist Lärmarbeit! Auf den Benutzer wirken in aller Regel Schallpegel bis zu 100 Dezibel (dB(A)) ein. Wer viele Jahre bei diesem Pegel ohne ausreichenden Gehörschutz arbeitet, riskiert einen irreparablen Gehörschaden.
Ich schaue den anderen noch eine Zeit lang bei ihrer Arbeit zu und verabschiede mich während der nächsten Pause. Einer der Auszubildenden klopft mir auf die Schulter und meint: „Man kann nicht einfach drauflosarbeiten – den Umgang mit so`nem Ding muss man lernen, sonst geht’s schief – schreib das mal ruhig!“

Unfälle bei Privatpersonen häufen sich


Immer mehr Menschen schneiden ihr Kaminholz mit einer Kettensäge selbst. Nicht immer mit glücklichem Ausgang. Die Anzahl der Unfälle hat sich laut Krankenkassen und Unfallversicherungsträgern in den letzten Jahren deutlich erhöht. Deshalb bieten mittlerweile viele Forstämter Motorsägenkurse für „Brennholzselbsterwerber“ an. Im Landeswald NRW zum Beispiel dürfen nur Leute Brennholz schlagen, welche die Teilnahme an einer Motorsägenschulung nachweisen können. Wer Interesse an einem solchen Kurs hat, fragt am besten vor Ort beim zuständigen Forstamt nach.


E-Learning: sich selber schlau-machen


Das Forstliche Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik NRW in Arnsberg-Neheim bietet die Möglichkeit zum E-Learning. Die webbasierte Trainingseinheit (WBT) zum Thema „Arbeitsschutz und Ergonomie“ richtet sich an alle im Wald Beschäftigten.
www.waldarbeitsschule.de


Das kleine Säge-Einmaleins


Um mit einer Motorsäge sicher arbeiten zu können, müssen folgende Voraussetzungen stimmen:

Die richtige Ausbildung. Nur wer sich ausreichend informiert und qualifiziert hat, kann mit einer Motorsäge sicher arbeiten.

Die Arbeit mit der Kettensäge ist für unter 18-Jährige verboten.
Ausnahme: Auszubildende ab 15 Jahren (laut Jugendarbeitsschutzgesetz, §§ 2 und 22), wenn es zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich ist und unter Aufsicht eines Fachkundigen erfolgt.

Arbeiten nur mit den vorgeschriebenen Persönlichen Schutzausrüstungen
Diese variieren je nach Branche, sollten aber auf jeden Fall Schutzhelm, Augenschutz, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe beinhalten. Forstwirte, Gärtner etc. müssen darüber hinaus noch Gesichtsschutz, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage tragen.
Auch private Hobbysäger sollten kein Risiko eingehen und sich im Fachhandel die richtigen Schutzausrüstungen besorgen.

Keine Alleinarbeit.
Allein im Wald zu arbeiten, ist gefährlich: Für Profis ist deshalb die Alleinarbeit mit der Motorsäge verboten. Und was für Profis gilt, sollten auch Freizeitsäger beherzigen.

Regelmäßige Wartung und Pflege der Motorsäge.

Sichtprüfung der Säge vor jeder Benutzung.

Betriebsanleitung des Motorsägenherstellers beachten.
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Gehörschutz
Lärmarbeit: Verbrennungsmotorisch angetriebene Sägen erreichen einen Schallpegel von 100 dB (A). Ohne Gehörschutz drohen irreparable Hörschäden.

Kettensäge
Die Gashebelsperre verhindert, dass die Sägekette unbeabsichtigt anspringt.

 
Azubis
Gut ausgebildet: Nur wer sich ausreichend informiert hat, kann mit einer Kettensäge sicher arbeiten.


Säge
Qualitätsmaschinen haben eine Reihe von technischen Schutzeinrichtungen wie beispielsweise einen Handschutz, der zugleich die Kettenbremse auslösen kann.




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