
März 2008
Mofa, Roller und Co.
Null Knautschzone
Mit 15 Jahren hat man endlich die Chance, Mofa zu fahren und damit unabhängiger und mobiler zu werden. Ein Jahr später beginnt dann schon das Zeitalter der schnelleren Maschinen. Leider ist dieser Fahrspaß nicht ungefährlich. Das Risiko, Opfer eines schweren Verkehrsunfalls zu werden, ist für motorisierte Zweiradfahrer deutlich höher als bei allen anderen Verkehrsteilnehmern.
32 Prozent der verunglückten und 25 Prozent der getöteten Fahrer und Beifahrer von motorisierten Zweirädern waren im Jahr 2005 zwischen 15 und 24 Jahre alt. Warum haben gerade junge Zweiradfahrer ein so hohes Unfallrisiko? Unfallforscher sind sich bei der Beantwortung dieser Frage einig: Junge Fahrer unterschätzen wegen mangelnder Fahrpraxis oft Gefahrensituationen. Dagegen überschätzen sie gerne die eigenen Möglichkeiten – und die ihrer Maschinen. Außerdem fahren sie riskanter als ältere, erfahrene Verkehrsteilnehmer.
Das zeigt sich auch bei der Analyse der Unfallursachen. Ganz oben auf der Liste steht die nicht angepasste Geschwindigkeit. Außerdem fahren laut ADAC Mofa- und Mopedfahrer besonders häufig unter Alkoholeinfluss
(7,8 Prozent der Unfallbeteiligten). Besonders nachteilig für Zweiradfahrer: Anders als das Auto bieten Mofa, Moped, Roller und Motorrad keinerlei passiven Unfallschutz. Das heißt, sie haben keine Knautschzone, Kopfstützen, Airbags und Sicherheitsgurte. Bei einem Unfall sind Fahrer oder Beifahrer immer die Leidtragenden, egal, bei wem die Schuld liegt.
Das Outfit – viel mehr als ein modischer Gag
Wer vom Fahrrad auf das Mofa oder Moped umsteigt, muss sich an eine komplett neue Fahrdynamik gewöhnen und lernen, sich entsprechend zu verhalten. Dazu zählt auch, Wert auf gute Schutzkleidung zu legen. Je höher die Geschwindigkeit der Maschine, umso wichtiger wird die richtige Kleidung. Allem voran ein hochwertiger Schutzhelm. Der ist aus gutem Grund für alle motorisierten Zweiradfahrer gesetzlich vorgeschrieben. Ein Helm schützt vor schweren Kopfverletzungen und ist manchmal sogar lebensrettend. Er sollte nicht nur die aktuelle ECE-Norm R 22-05 erfüllen, sondern auch möglichst fest sitzen. Gute Fachgeschäfte ermöglichen eine Probefahrt, um den Sitz des Helms mit der eigenen Maschine zu testen. Übrigens: Helme altern und verlieren neben der guten Passform auch einen Teil ihrer Schutzwirkung. Spätestens nach fünf Jahren sollte man sich deshalb einen neuen Helm gönnen. Nach einem Sturz auf den Helm muss dieser sofort gewechselt werden – auch ohne sichtbare Schäden an der Schale. Das Dämmmaterial könnte nämlich beschädigt sein.
An einem Helm kommt kein Zweiradfahrer vorbei. Wer ohne erwischt wird, muss zahlen. Anders sieht es bei der restlichen Schutzkleidung aus. Hier gibt es keine gesetzlichen Vorschriften und jeder Fahrer oder Sozius muss selbst entscheiden, wie viel ihm dieser Schutz wert ist.




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