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Juni 2008: Die gesetzliche Unfallversicherung

Voll versichert!

„Viele wissen gar nicht, dass sie gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert sind.“

Das Thema „Gesetzliche Unfallversicherung“ sorgte bei der next- Volontärin Natalie Zimmermann nicht von Anfang an für Begeisterung, entpuppte sich später aber doch als spannender als erwartet. Der Stellvertretende Pressesprecher der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Stefan Boltz, stellte sich ihren Fragen.

Warum ist die gesetzliche Unfallversicherung bei Auszubildenden so wenig bekannt?
Im Gegensatz zur Krankenversicherung taucht die Unfallversicherung nicht auf dem Gehaltszettel auf – weil nur der Arbeitgeber die Beiträge zahlt. Viele wissen deshalb leider nicht, dass sie gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert sind.

Was tun die Unfallversicherungsträger für Auszubildende?
Zunächst beraten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen den Arbeitgeber dabei, wie er die Arbeit für seine Beschäftigten sicher und gesund gestalten kann. Das gilt natürlich auch für die Auszubildenden. Außerdem bekommen Azubis interessante Informationen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Und sollte doch mal etwas passieren, bieten die Unfallversicherungsträger ihren Versicherten genau die Hilfe, die sie brauchen.

Warum lohnt sich ein Blick auf die Homepage des eigenen Unfallversicherungsträgers?
Weil sich dort viele interessante Informationen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit finden. Das kann richtig spannend sein – wie im Computerspiel „Meat City“, das man auf den Seiten der Fleischerei-BG findet (www.fleischerei-bg.de).

Einige Wirtschaftsvertreter und Arbeitgeber fordern immer wieder, die gesetzliche Unfallversicherung abzuschaffen und stattdessen eine private Vorsorgemöglichkeit für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten einzurichten. Was wären die Vor- und Nachteile einer Privatisierung?
Man hört oft, privat sei besser als öffentlich-rechtlich. Viele vergessen: Private Versicherungen sind nicht automatisch billiger. Eine private Versicherung muss Gewinne erwirtschaften und Geld für Marketing ausgeben – das muss die gesetzliche Unfallversicherung nicht. Außerdem gibt es bisher keine Privatversicherung, die ernsthaft daran interessiert ist, Berufskrankheiten zu versichern.

Ein Auszubildender bekommt mit, dass sein Chef gegen Sicherheitsregeln und Vorschriften verstößt. Was kann er tun?
Zunächst sollte er klären, ob überhaupt ein Verstoß vorliegt. Experten für diese Fragen sind Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Sicherheitsbeauftragte. Auszubildende sollten sich außerdem Unterstützung bei erfahrenen Kollegen holen, zu denen sie Vertrauen haben. Durch ein ruhiges und diplomatisches Gespräch mit dem Chef und mit Kollegen, die einem den Rücken stärken, erreicht man am meisten.
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Stefan Boltz
Stefan Boltz ist der Stellvertretende Pressesprecher der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
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