Dezember 2008: Umgang mit Mitgängerflurförderzeugen
"Fußverletzungen sind Nummer eins"
Dipl.-Ing. Uwe Rentz arbeitet bei der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW). Er ist dort stellvertretender Präventionsleiter Sparte Einzelhandel und weiß genau, wo die Gefahren beim Arbeiten mit Mitgängerflurförderzeugen liegen.next: Hubwagen machen alles andere als einen besonders gefährlichen Eindruck. Gibt es dennoch Unfälle?
Rentz: Sicher, an erster Stelle stehen die Fußverletzungen. Die Leute klemmen sich zwischen Boden und Rahmen des Geräts oder zwischen Boden und Antriebsrad den Fuß ein. Natürlich gibt es auch andere Unfälle: Einklemmen der Hände oder des ganzen Körpers beim Rangieren. Oder es verletzen sich andere Personen, zum Beispiel weil Ware herunterfällt.
next: Nochmal zu den Fußverletzungen: Tragen die Fahrer denn keine Sicherheitsschuhe?
Rentz: Als Erstes muss man sagen, dass auch Sicherheitsschuhe kein Allheilmittel gegen Fußverletzungen sind. Sie würden aber ganz sicher einen großen Teil der Verletzungen verhindern oder zumindest abmildern.
next: Sind Sicherheitsschuhe nicht generell vorgeschrieben?
Rentz: Nein. Hier kommt es auf die konkrete Gefährdung oder auf die betrieblichen Regelungen an. Wenn der Arbeitgeber dies fordert oder wenn jemand zum Beispiel häufig mit einem Hubwagen umgeht – beispielsweise in einem Lager – dann sind Schutzschuhe Pflicht. Bei Verkäufern, die nur ab und zu den Hubwagen bedienen, sieht die Sache möglicherweise anders aus. Wir von der BG empfehlen natürlich für alle Mitarbeiter Sicherheitsschuhe, die Akzeptanz im Verkauf bei den Arbeitgebern und auch beim Personal ist aber leider sehr gering.
next: Herr Rentz, was ist das absolute No-Go beim Umgang mit Flurförderzeugen?
Rentz: Jemanden ohne gründliche Unterweisung damit arbeiten zu lassen – solche Leute kennen noch nicht einmal die vorhandenen Schutzfunktionen und gefährden sich und andere. Ein weiteres Out ist die immer wieder sehr beliebte Unsitte, Kollegen auf der Gabel des Hubwagens mitzunehmen oder vor einem Regal hoch- und runterzufahren. So etwas ist nicht mutig, sondern einfach nur leichtsinnig und dumm. Und der Fahrer sollte wissen, dass er sich im Falle eines Unfalls strafbar machen kann. Je nach Ausgang ist das fahrlässige Körperverletzung oder sogar fahrlässige Tötung.




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