Dezember 2002:
Flüssiggase: Energie pur
Next: Wie kann man sich denn vor diesen angesprochenen Gefahren in der Praxis am besten schützen?Weichenmeier: Ganz einfach: Man muss die technischen Schutzeinrichtungen kennen, sie anwenden und beim Umgang mit Flüssiggasen gewisse Regeln beachten. Konkret heißt das folgendes: Da Propangasflaschen, die auf Baustellen oder anderen Arbeitsplätzen eingesetzt werden, unter Druck stehen, muss darauf geachtet werden, dass der Druck nicht durch Hitzeeinwirkung wesentlich verstärkt wird. Ansonsten besteht die Gefahr des Berstens. Zudem muss jede Flasche ein Sicherheitsventil haben, damit das Gas entweichen kann, wenn der Druck zu hoch wird. Außerdem hat jede Flasche eine Ventilschutzkappe. Sie schützt das Flaschenventil bei Transport oder Lagerung vor Beschädigungen.
Beim Betrieb von Gasgeräten kommt es immer wieder vor, dass Gas unkontrolliert austritt. Meistens hängt das mit den Schlauchleitungen und deren Verbindungen zusammen. Es ist also sehr wichtig immer wieder zu kontrollieren, dass die Verbindungen zwischen Propangasflasche und Brenner in Ordnung sind. Die Leitungen müssen so verlegt werden, dass sie zum Beispiel nicht beschädigt werden können, weil ein Fahrzeug sie überfährt.
Ein hohes Maß an Sicherheit bietet die so genannte Leckgassicherung, die unmittelbar hinter Druckregler und Manometer an der Flasche angebracht und über einen doppelwandigen Hochdruckschlauch mit dem Brenner verbunden ist. Diese Sicherungseinrichung sorgt dafür, dass selbst bei kleinsten Undichtigkeiten kein Flüssiggas ausströmt.
Es gibt auch noch die so genannte Schlauchbruchsicherung, die ebenfalls verhindert , dass Gas ausströmt. Sie reagiert aber leider nicht auf kleine Undichtigkeiten, sondern schaltet nur beim Ausfließen größerer Gasmengen ab. Deshalb sind zum Beispiel bei Arbeiten in Kellerräumen oder Tiefgaragen die hoch empfindlichen Leckgassicherungen vorgeschrieben.
Next: Diese technischen Schutzeinrichtungen nützen natürlich nur etwas, wenn man weiß, wie man mit ihnen umgehen muss, oder?
Weichenmeier: Sicher, deshalb wird man ja auch vor der Arbeit von seinem Vorgesetzten entsprechend unterwiesen und sollte immer mal wieder einen Blick in die Betriebsanweisungen werfen.
Zum Schluss noch ein Tipp aus der Praxis: Die größte Gefahr beim Umgang mit Flüssiggas geht eindeutig vom unkontrolliert ausströmenden Gas aus. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man bei Arbeitsunterbrechungen immer das Absperrventil an der Propan- oder Butangasflasche schließt. Nur wenn diese Hauptabsperreinrichtung geschlossen ist, kann definitv kein Gas ausfließen. Schließlich könnte ja auch in einer Arbeitspause eine Leitung beschädigt werden, zum Beispiel weil ein Gegenstand drauffällt oder die Leitung überfahren wird.




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