Titel next, Ausgabe Mai 2006

Mai 2006

Hautschutz bei Außenarbeiten: Schattendasein Lichtschutz

Sonne tut gut, keine Frage. Ihr Licht stärkt das Immunsystem, aktiviert den Stoffwechsel und die Bildung von Hormonen. Sich im Sommer die Kleider vom Leibe zu reißen, ist trotzdem keine gute Idee: Zu viel Sonne setzt der Haut schwer zu. Und zwar nicht nur, wenn man am Strand relaxt, sondern auch bei der Arbeit im Freien.



Ob privat oder bei der Arbeit: Mit den ultravioletten Strahlen der Sonne ist weniger zu spaßen denn je. Die Ozonschicht ist nämlich auch nicht mehr das, was sie mal war und schützt nicht mehr sowie früher. Über 120.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Hautkrebs. Das sind doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Und das Risiko steigt, je heller die Haut und je intensiver die UV-Bestrahlung ist.

High noon: Ab in den Schatten!


Rund zwei Millionen Menschen arbeiten in Deutschland häufig acht Stunden und länger in der prallen Sommersonne. Gerade für sie ist es besonders wichtig, das Risiko der UV-Strahlung richtig abzuschätzen und die Haut optimal zu schützen.

In südlichen Ländern ist mittags eine Siesta im Schatten angesagt – aus gutem Grund: Zwischen 11 und 14 Uhr strahlt die Sonne am intensivsten. Zu deutschen Arbeitszeiten passt diese Lösung leider nicht. Hier muss Hautschutz anders funktionieren: „Sonnenbrand vermeiden, Haut langsam an die Sonne gewöhnen, bei der Arbeit durch Kleidung schützen und möglichst oft Schatten aufsuchen“, so lautet die Empfehlung des Arbeitsmedizinischen Dienstes der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.

Wer trotzdem lieber Haut zeigt und zu Creme, Lotion, Gel oder Öl greift, sollte sich des Risikos bewusst sein, dass Lichtschutzfaktoren (LFS) nicht einheitlich normiert sind. Insbesondere beim so genannten UVB-Schutzfaktor sind die Angaben nur ungenau und beim UVA-Schutzfaktor überhaupt nicht standardisiert. Zur Orientierung können Lichtschutzprodukte in drei Faktorengruppen unterteiltwerden:


Wie viel Sonne für welchen Hauttyp?
Eine Zeit lang kann sich die Haut vor der Sonne selbst schützen. Wie lange hängt aber ganz entscheidend von der UV-Strahlung und vom jeweiligen Hauttyp ab.

Hauttyp I: rötliche bis blonde Haare, blasse Haut mit Sommersprossen, sehr hohe UV-Empfindlichkeit - Eigenschutzzeit maximal zehn Minuten

Hauttyp II: blonde Haare, blasse Haut, hohe UV-Empfindlichkeit - Eigenschutzzeit maximal 20 Minuten

Hauttyp III: dunkelblonde bis braune Haare, leicht getönte Haut, geringe UV-Empfindlichkeit - Eigenschutzzeit maximal 30 Minuten.

Hauttyp IV: dunkles Haar, stark getönte Haut, sehr geringe UV-Empfindlichkeit - Eigenschutzzeit über 30 Minuten.

Mit LFS 12 dehnt sich die Dauer, in der sich ein Hauttyp II unbeschadet in der Sonne (Mitteleuropa) aufhalten kann, theoretisch auf maximal 12 x 20 Minuten aus. Das sind maximal 4 Stunden und definitiv mehr als genug Sonne! Wer jetzt weiter im Freien bleiben will oder muss, sollte sich auf jeden Fall etwas überziehen – sonst geht er krebsrot in den Feierabend. Und abgesehen davon, dass ein Sonnenbrand ganz schön schmerzen kann, besteht das Risiko, seine Haut langfristig zu schädigen. Denn die Haut „vergisst“ keinen Sonnenbrand und kann sich nur begrenzt regenerieren. Irgendwann macht das Reparatursystem der Hautzellen schlapp, dann kommen erst die Falten und später entwickelt sich vielleicht ein „malignes Melanom“, also Hautkrebs. Darauf sollte man es besser nicht ankommen lassen.




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Die thematisch passende UnterrichtsHilfe findest du hier .

 
Info Lichtschutz

Ist spezieller Schutz vor UVA-Strahlen notwendig?
Sonnenschutzmittel schützen in erster Linie gegen UVB-Strahlen. UVA-
Strahlen lösen erst in tausendmal stärkerer Dosis Hautrötungen aus als UVB-Strahlen. Bei chronischen Sonnenschäden sind UVA-Strahlen für degenerierte Veränderungen wie eine tief gefurchte Haut verantwortlich. Sonnenschutzmittel mit einem Schutzfaktor von mehr als 10 sollten auf jeden Fall einen UVA-Schutz enthalten.

Was hilft bei „Sonnenallergie“?
Bei einer richtigen Sonnenallergie (Photodermatose) ist ein Besuch beim Arzt notwendig. Oft handelt es sich bei juckenden Bläschen nach den ersten Sonnenbädern jedoch um die so genannte Mallorca-Akne. Diese kann durch Hydrogele als Sonnenschutzmittel vermieden werden.




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