November 2002
Maschinensicherheit: Hinter Gittern
Gewusst wie!
Wichtig für den richtigen Umgang mit technischen Geräten ist die Bedienungsanleitung. Die solltet ihr vor dem Gebrauch einer Maschine – sei es der neue Gasgrill, die Nähmaschine oder die Fräse in der Werkstatt – unbedingt lesen. Dort steht drin, wie das Gerät bedient wird, ohne gefährlich zu werden.
Viele Maschinen zur Holz- oder Metallbearbeitung dürfen junge Leute unter 18 Jahren übrigens nicht alleine bedienen – jemand, der sich damit auskennt, muss euch zuerst genau ein- und auf mögliche Gefahren hinweisen. Und auch dann dürft ihr damit nur unter Aufsicht arbeiten. Nebenbei bemerkt muss mindestens einmal im Jahr eine Sicherheitsunterweisung am Arbeitsplatz erfolgen.
Die Maschinensicherheit wird über viele Vorschriften geregelt. Das erscheint vielleicht bürokratisch, ist aber notwendig, damit der Gebrauch von technischen Geräten kein „Russisches Roulette“ wird.Text der neuen Seite.

Kurt Schumacher
next: Achten Ihre Ingenieure eigentlich schon auf Sicherheit, wenn sie neue Maschinen konstruieren?
Kurt Schumacher: Sicher, das ist ganz wichtig. Inzwischen haben wir natürlich Erfahrungswerte und müssen nicht jedesmal erneut eine Gefährdungsanalyse der Drehmaschinen machen.
next: Was ist denn bei den Maschinen hier so gefährlich, dass sie hinter Gitter müssen?
In den Maschinen werden Werkstücke für die Automobilindustrie weiterverarbeitet. Da werden beispielsweise Löcher gebohrt und Aussparungen gefräst. Es gibt Teile an der Maschine, an denen man sich quetschen oder ein Körperteil durch das Förderband in die Maschine hineingezogen werden kann. Der Zaun verhindert, dass jemand versehentlich hineingreift. Damit man sieht, was in der Maschine vor sich geht, gibt es diese Fenster mit durchschlagsicherem Panzerglas.
next: Was, wenn doch mal was schief läuft?
Dann gibt es den Not-Aus-Schalter. Wenn der gedrückt wird, kommt die Maschine sofort zum Stillstand.
next: Wieso eigentlich Gitter? Besonders praktisch ist das ja nicht, wenn man mal an die Maschine ran will. Ist das am preiswertesten?
Man bemüht sich natürlich immer, einen guten Kompromiss zwischen Kosten und Praktikabilität zu finden. Aber hier ist es ja so, dass eigentlich niemand was im Gefahrenbereich verloren hat, der Bediener steht ja am Steuerpult. Aber für den Fall, dass man doch mal etwas innerhalb des abgetrennten Bereiches prüfen muss, stellt sich die Maschine beim Öffnen der Tür automatisch aus. Da ist nämlich ein entsprechender Sicherheitsschalter.
next: Wo ist denn das CE-Zeichen?
Das kommt erst ganz zum Schluss auf die Maschine. Hier sieht man ja nur Probeläufe von Kundenwerkstücken. Bei der Abnahme, also bevor der Kunde seine Maschine „abholt”, wird von dessen Sicherheitsingenieuren eine ausführliche Prüfung nach den Unfallverhütungsvorschriften vorgenommen. Häufig gibt es auch firmeninterne
Sicherheitsstandards, beispielsweise für die EDV. Die Maschinen sind ja computergesteuert. Die firmeninternen Standards sind oft strenger, als die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen.
next: Und, ist schon mal eine Maschine bei der Prüfung durchgefallen?
Nein, jedenfalls nicht was die Sicherheit betrifft.




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